Zum Hauptinhalt springen

Autor: Kerstin Reisch

Bundesregierung schafft stabile Nachfrage nach hochwertigem RFNBO Wasserstoff bis 2040

Mit der THG-Minderungsquote bzw. der Handelbarkeit von Herkunftsnachweisen über deren Erfüllung ist ein wettbewerblicher Markt für erneuerbare Energieträger im Verkehr geschaffen worden. Die bisherige Rechtslage definiert die Entwicklung der Höhe der THG-Minderungsquote bis 2030. Der Preis für die Zertifikate schwankt entsprechend Angebot und Nachfrage. Die THG-Minderungsquote bzw. deren jährliche Anhebung sorgt für eine stabile bzw. steigende Nachfrage. Außerdem enthält das THG-Minderungsquotengesetz weitere Regelungen, die für einen fairen Wettbewerb zwischen unterschiedlichen erneuerbaren Energieträgern sorgen sollen, z.B. Mehrfachanrechnungen der Nutzung bestimmter Energieträger auf die Quotenerfüllung. In den letzten Jahren ist der Preis für die Herkunftsnachweise auf etwa 100 €/t THG-Einsparung eingebrochen. Eine wesentliche Ursache dafür liegt u.a. im plötzlichen Angebot von enormen Mengen an Zertifikaten aus Biokraftstoffen mit zweifelhafter Zertifizierung aus dem asiatischen Raum.

Mit dem am 22. April vom Bundestag und am 8. Mai vom Bundesrat final beschlossenen Gesetz für eine Weiterentwicklung der THG-Minderungsquote wird dieser Herausforderung begegnet, die THG-Minderungsquote bis 2040 unter weiterer jährlicher Anhebung fortgeführt, bestehende EU-Vorgaben zur Renewable Energy Directive III umsetzt und die Details der Anrechenbarkeit unterschiedlicher Energieträger entsprechend dem Reifegrad und aktueller Entwicklungen angepasst. 

Das Gesetz sieht eine weitere Anhebung der THG-Minderungsquote (linke Achse) sowie die Einführung und jährliche Anhebung einer RFNBO-Mindestunterquote vor, die den H2-Hochlauf im Verkehr anreizen und absichern soll. So entsteht bei H2-Tankstellen und Raffinerien eine stabile und stetig steigende Nachfrage nach hochwertigem RFNBO-Wasserstoff.

Darüber hinaus hat der Gesetzgeber weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Herkunftsnachweispreise und zur Verbesserung der Lenkungswirkung eingeführt. 

  • Nicht mehr anerkannt werden Biokraftstoffe aus Palmöl, Sojaöl, Reststoffe des Anbaus von Ölpalmen, Biokraftstoffe mit hohem Risiko indirekter Landnutzungsänderung sowie Biokraftstoffe aus tierischen Ölen und Fetten. 
  • Darüber hinaus ist die Voraussetzung für eine Anerkennung eines Energieträgers – insbesondere von Biokraftstoffen – im Rahmen der THG-Minderungsquote die Möglichkeit einer Vor-Ort-Kontrolle in dem Staat, indem der Biokraftstoff produziert wird, durch die zuständige Behörde eines Mitgliedsstaates der EU. 
  • Sobald eine Übererfüllung der THG-Minderungsquote in relevanter Größenordnung erkannt wird, wird die THG-Minderungsvorgabe für alle kommenden Jahre weiter angehoben. 

Mit diesen Maßnahmen möchte der Gesetzgeber effektiv und effizient verhindern, dass Projekte zweifelhafter Herkunft den Marktpreis für alle Akteure senken und damit seriöse Marktteilnehmer bestrafen.

Die bestehende Mehrfachanrechnung bestimmter Energieträger ermöglicht es der Politik, einzelne Energieträger besonders zu unterstützen. Damit steuert die Politik ein Stück weit den Wettbewerb zwischen den Energieträgern und erleichtert darüber hinaus der Branche die Quotenerfüllung. Sinkt die Mehrfachanrechnung ab, dann wirkt sich das im Markt wie eine Verschärfung der THG-Minderungsquote für alle Energieträger aus.

Die Mehrfachanrechnung für E-Mobilität sinkt linear ab 2034. Das hat zur Folge, dass die im Jahr 2034 bestehende E-Mobilitätsflotte in Deutschland im Jahr 2036 nur noch ein Drittel der THG-Zertifikate erzeugt. Die Politik geht also in dieser Zeitspanne von einem starken Anstieg der E-Mobilität aus. Die Mehrfachanrechnung für H2 bzw. RFBNO sinkt später, d.h. ab dem Jahr 2036, ab. Das spätere Absinken der Mehrfachanrechnung für RFNBO sowie die verbindlich zu erfüllenden Mindest-Unterquote RFNBO führt zu einem stabilen Wettbewerbsvorteil von H2 in der Mobilität.

Für die Luftfahrt definiert der Referentenentwurf darüber hinaus zusätzliche Leitplanken. Damit soll die entsprechende EU-Gesetzgebung „ReFuelEU Aviation“ in nationales Recht umgesetzt werden. Die EU sieht vor, dass in Europa synthetische Flugkraftstoffe 2025 zu mindestens 2%, 2030 zu mindestens 6%, 2035 zu mindestens 20% und 2040 zu mindestens 34% zum Einsatz kommen. Der Referentenentwurf definiert bei Nichterfüllung eine Abgabe bzw. Strafzahlung von 4.700 €/t. Für synthetische Flugkraftstoffe auf Basis von RFNBO wird eine Mindest-Unterquote für das Jahr 2030 von 1,2%, für 2035 5% und für 2040 10% festgelegt. Bei Nichterfüllung droht den deutschen Inverkehrbringern eine Ausgleichszahlung von 17.000 €/t. Mit dieser Konkretisierung möchte die Politik die Erfüllung der ReFuelEU Aviation sicherstellen.

Mit dem nun beschlossenen Gesetz ist der Wille der aktuellen Regierung klar erkennbar, das THG-Minderungsquotensystem als zentrales Instrument für die Transformation im Verkehr sinnvoll weiterzuentwickeln. Eine Vielzahl von Maßnahmen wird dazu beitragen, dass das Instrument effektiv Lenkungswirkung im Markt erzielt und Investitionen auslöst. Wir gehen davon aus, dass sich der THG-Quoten- bzw. Zertifikatspreis zwischen heute und 2030 schrittweise erholt und auf einem deutlichen höheren Niveau als heute stabilisiert.


Jetzt den Investitionsbooster für grünen Wasserstoff zünden

Unser parlamentarisches Frühstück am 25. November 2025 hat eines klar gezeigt: Die Zeit des Zögerns ist vorbei. Die Industrie steht bereit, die Technologien sind verfügbar – aber die politischen Entscheidungen fehlen. Dabei sind die Botschaften aus der Branche eindeutig:

  • Alexander Voigt (Turn2x): Spanien, Frankreich und Italien machen vor, wie es geht. Deutschland darf nicht länger Zuschauer sein.
  • Jörg Selbach-Röntgen (Biogeen): Die Nachfrage der Industrie nach grünen Molekülen ist enorm – mit einer Grüngasquote als Absicherung können wir investieren.
  • Lena Burchartz (Thüga): Die Gasnetztransformation läuft, aber ohne klare Finanzierung bleibt sie ein Papiertiger.
  • Markus Sammut (Trading Hub Europe): Rechtssichere Quoten sind machbar und können in der bestehenden IT effizient abgewickelt werden.
  • Christian Friebe (STOFF2): Planungssicherheit wird benötigt, um unseren Kunden jetzt eine Investition in eine resiliente zukunftsfähige Energieversorgung zu ermöglichen.

Unser gemeinsames Positionspapier (Download hier) fordert einen Investitionsbooster für grünen Wasserstoff und grüne Moleküle. Warum? Weil Deutschland heute zu 80 % von fossilen Energieimporten abhängig ist – oft aus instabilen Regionen. Diese Abhängigkeit gefährdet unsere wirtschaftliche Stabilität und Versorgungssicherheit. Grüner Wasserstoff und Biomethan sind die Antwort: Sie machen uns resilient, schaffen Arbeitsplätze und sichern unsere industrielle Basis. Die drei zentralen Forderungen sind:

  1. THG-Minderungsquote und ambitionierte RNFBO-Unterquote beschließen.
  2. H₂-ready Backupkraftwerke als H2-Ankerkunden etablieren.
  3. Grüngasquote 2026 umsetzen.

Deutschland kann bis 2030 eine Elektrolysekapazität von 10 GW aufbauen und die EU-Vorgaben erfüllen. Die Industrie ist bereit, die Infrastruktur wächst, die Technologien sind da. Was fehlt? Ein stabiler Heimatmarkt, der Investitionen absichert und Exportchancen eröffnet.

Die Chancen liegen auf dem Tisch. Wer jetzt bremst, gefährdet den Industriestandort Deutschland. Es ist Zeit für entschlossenes Handeln – nicht für weitere Debatten.


Kraftwerksstrategie und grüner Wasserstoff – gemeinsam für eine resiliente Energiezukunft

In einem gemeinsamen Schreiben an Bundesministerin Katherina Reiche fordern 14 führende NGOs, Industrieverbände und Unternehmen eine klare Ausrichtung der Kraftwerksstrategie auf grünen Wasserstoff. Sie sehen darin eine große Chance, Deutschland als Innovations- und Industriestandort zu stärken und gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen.

Die Unterzeichner betonen, dass Wasserstoffkraftwerke eine ideale Ergänzung im Stromsystem darstellen. Sie ermöglichen eine flexible Stromerzeugung in Zeiten von Dunkelflauten und tragen zur Versorgungssicherheit bei. Gleichzeitig schaffen sie eine verlässliche Nachfrage nach grünem Wasserstoff – ein entscheidender Impuls für Investitionen und den Aufbau einer heimischen Wasserstoffwirtschaft.

Deutschland verfügt bereits über starke Produktionskapazitäten für Elektrolyseure und kann durch eine gezielte Nachfragepolitik seine Technologieführerschaft weiter ausbauen. Ein beschleunigter Wasserstoffhochlauf würde zudem die Industrie stärken, Abwanderung verhindern und das geplante Wasserstoffkernnetz wirtschaftlich absichern.

Die ungewöhnliche Allianz aus NGOs, Industrieverbänden und Unternehmen fordern daher verbindliche Dekarbonisierungspfade für neue Gaskraftwerke, die auch bilanziell erfüllt werden können. Die Kraftwerksstrategie könne so zum Motor einer resilienten, klimaneutralen und wirtschaftlich starken Energiezukunft werden.

STOFF2 gehört zu den Initiatoren des Papiers.


REFORMERS-Projekt erhält World Hydrogen Award in der Kategorie „Clean Hydrogen Project“

STOFF2s Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse überzeugt als Lösung für eine 24/7-Versorgung mit grünem Wasserstoff

Wir freuen uns sehr, bekannt geben zu dürfen, dass das europäische Innovationsprojekt REFORMERS mit dem renommierten World Hydrogen Award in der Kategorie „Clean Hydrogen Project“ ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung würdigt die Zusammenarbeit von 28 Partnern aus zehn europäischen Ländern, die gemeinsam Europas erstes Renewable Energy Valley in Alkmaar und Heiloo (Niederlande) realisieren. Die Auszeichnung ist das Ergebnis einer umfassenden Prüfung des Projekts durch eine Expertenjury und einer Abstimmung der globalen Wasserstoff-Community, die sich auf der weltweit größten Wasserstoffkonferenz in Rotterdam traf.

Im Rahmen von REFORMERS demonstriert  STOFF2 seine Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse (ZZE) im Kompetenzzentrum von InVesta in Alkmaar. Dieses innovative Elektrolyseursystem speichert erneuerbare Energie in Form von festem Zink und ermöglicht so die kontinuierliche Produktion von grünem Wasserstoff auf Basis fluktuierender erneuerbarer Energien. Dadurch kann die ZZE von STOFF2 das Stromnetz entlasten, den Energieverbrauch optimieren und eine rund um die Uhr verfügbare Versorgung mit sauberem Wasserstoff sicherstellen.

Unsere Partnertechnologien im Projekt, wie beispielsweise das Biomasse-zu-Wasserstoff-Verfahren von Hynoca®, ergänzen dieses Ziel mit einer CO2-negativen Wasserstofflösung, die sich hervorragend in ein resilientes, dezentrales Energiesystem einfügt. Gemeinsam werden beide Technologien grünen Wasserstoff an lokale Industriekunden und Tankstellen liefern und aufzeigen, wie eine saubere, flexible und bedarfsgerechte Wasserstoffproduktion im Jahr 2026 Realität wird. Der Wasserstoff wird an einer von NXT Mobility betriebenen 350- und 700-bar-Wasserstofftankstelle in Alkmaar genutzt und verbindet so Innovation und praktische Anwendung in der Mobilität.

Sebastian Sipp (STOFF2, CEO): „Die Auszeichnung mit dem World Hydrogen Award ist eine großartige Bestätigung unseres Ansatzes. Wir bei STOFF2 sind überzeugt, dass grüner Wasserstoff sowohl nachhaltig als auch zuverlässig verfügbar sein muss. Mit der  Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse zeigen wir, dass eine bedarfsgerechte Versorgung mit grünem Wasserstoff rund um die Uhr möglich ist – bei gleichzeitiger Entlastung des Stromnetzes. REFORMERS ermöglicht es uns, dies in der Praxis zu testen und zu beweisen.“ 

Bob Busser (Hynoca® by Haffner Energy / HyDevCo, Geschäftsführer): „Der Award unterstreicht den Wert robuster Wasserstofftechnologien für eine Netto-Null-Industrie. Bei Hynoca wandeln wir nachhaltige Biomasse in CO2-armen Wasserstoff um. Dabei benötigt unsere innovative Technologie nur 25 % des Stroms eines Elektrolyseurs und erzielt gleichzeitig erhebliche negative CO2-Emissionen. Mit REFORMERS demonstrieren wir, wie unsere Lösung im großen Maßstab Hand in Hand mit verschiedenen Partnern und Kunden funktionieren kann. Gemeinsam mit STOFF2 bieten wir einen Einblick in eine widerstandsfähige grüne Wasserstoffzukunft für Europa.“

Joep Sanderink (New Energy Coalition, Koordinator des Flagship Valley): „REFORMERS verkörpert die Essenz der europäischen Zusammenarbeit für eine saubere Energiezukunft. Wir sind stolz, dieses Projekt zu koordinieren, und sehr beeindruckt von den Technologien, die es vereint. Der Elektrolyseur von STOFF2 und das Biomasseverfahren von Hynoca sind beide hochflexibel und nachhaltig – zwei Kernanforderungen für zukünftige Energiesysteme. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur technologische Innovationen, sondern auch die Stärke der europäischen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.“

Über REFORMERS (Regionale Ökosysteme für mehrere energieresiliente Systeme)
Das Horizont-Europa-Projekt REFORMERS ist ein Innovationsprogramm zur Unterstützung wichtiger Energiezentren („Energietäler“) in Europa, in denen erneuerbare Energie lokal erzeugt und von Bürgern, der Leichtindustrie und Unternehmen genutzt wird. REFORMERS hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

Projektpartner: AIT, Duurzaam Heiloo, CERTH, CIRCE, KONIN-MIASTO, DDS, EUREC, NAPE, RISE, TNO, Deep Blue, Gemeinde Andorra (S), TU Delft, Gemeinde Kozani (GR), Gemeinde Murau (AT), Alliander, Gemeinde Alkmaar, HVC, Hynoca Alkmaar, InVesta, Sustenso Boekelermeer, Repowered, Withthegrid, NXT MOBILITY, STOFF2, EMPA, VU Brüssel (Projektkoordinator) und New Energy Coalition (Flagship Valley Alkmaar-Koordinator).

Industriestandort Deutschland stärken – mit Wasserstoff-Innovationen „Made in Germany“

Deutschland deckt derzeit fast 80% seines Primärenergieverbrauchs mit fossilen Energieträgern. Diese hohe Importabhängigkeit von Energie aus politisch unsicheren Staaten setzt unsere Industrie erheblichen geopolitischen Risiken aus. Um Deutschland als Industrieland zu erhalten, muss diese Importabhängigkeit reduziert und die Resilienz der Wirtschaft gestärkt werden. 

Deutschland ist Technologieführer bei grünem Wasserstoff und der Elektrolyse. Durch den Aufbau einer eigenständigen Lieferkette für grünen Wasserstoff kann die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen reduziert werden. Die kommende Bundesregierung sollte konkrete Maßnahmen anstoßen, um den industriellen Hochlauf der Elektrolyseur-Produktion zu fördern. Dazu gehören folgende Punkte:

  • Fortführung und Stärkung bestehender Instrumente wie THG-Quoten im Verkehr, 
  • Einführung einer Grüngasquote und 
  • Schaffung von Leitmärkten für Produkte, die Wasserstoff bei der Herstellung benötigen.

Elektrolyseure „Made in Germany“ können effektiv zur Transformation der Industrie beitragen und die Nutzung erneuerbarer Energien optimieren. Dafür setzt sich neben STOFF2 auch McPhy, Sunfire und thyssenkrupp nucera ein. Unser detailliertes Positionspapier finden Sie hier.

Wir lieben WasABi!

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) konsultiert bis Ende Februar 2025 zum zweiten Mal das Wasserstoff Ausgleichs- und Bilanzierungsgrundmodell „WasABi“. Was auf den ersten Blick sehr trocken klingt, hat in der Praxis große Auswirkungen auf den Hochlauf der H2-Wirtschaft und insbesondere auf die Wirtschaftlichkeit der zukünftigen ZZE-Projekte, die Wasserstoff ins H2-Kernnetz einspeisen. Im Anschluss an die aktuell laufende Konsultation erwarten wir eine Festlegung durch die BNetzA, die für alle Beteiligten Akteure entlang der H2-Wertschöpfungskette Orientierung und Planungssicherheit bietet.

In der Stromversorgung gibt es bereits Regelleistungsmärkte für unterschiedliche Zeitdauern: Primär- und Sekundärregelleistung sowie Minutenreserve. Diese Märkte sind insbesondere auch wegen des erfolgreichen Hochlaufs von Wind- und Solarenergie mittlerweile sehr attraktiv für z.B. Batteriespeicher, die bei günstigen Strompreisen laden und bei hohen Strompreisen Strom bereitstellen. Damit leisten die Batterien – genau wie in Zukunft die Zink-Zwischenschritt Elektrolyse – einen wesentlichen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien in ein Stromsystem mit hoher Versorgungssicherheit.

Im zukünftigen H2-Kernnetz ist nun die Schaffung eines ähnlichen Systems geplant, und genau darum geht es in WasABi. Ziel ist es, dass alle Nutzer des H2-Kernnetzes entsprechend Ihren Fähigkeiten dazu angereizt werden, das Gesamtsystem zu stützen und die H2-Versorgungssicherheit für alle Nutzer der Infrastruktur rund um die Uhr zu erhalten. 

Im 15 Minuten-Rhythmus erfasst jeder Bilanzkreis die eingespeiste und ausgespeiste Menge an Wasserstoff. Die Bilanzierung erfolgt kontinuierlich und muss nicht jede 15min von den beteiligten Akteuren ausgeglichen werden. Für das gesamte H2-Kernnetz wird die Summe aller Bilanzkreise gebildet. Entsprechend der aktuellen und in der kommenden Stunde erwarteten Abweichungen sowie der vorab festgelegten technischen Grenzwerte des H2-Kernnetzes wird der Netzzustand festgelegt:

  • Gelb: Ausgleichsmaßnahmen werden ergriffen, um das Gesamtnetz möglichst zügig wieder in den grünen Bereich zu bringen. Dafür werden die Bilanzkreise zunächst aufgeteilt: Auf der einen Seite Bilanzkreise, die das Netz stützen („Helper“), und auf der anderen Seite Bilanzkreise, die das Netz belasten und zum Sprung in die gelbe Phase geführt haben („Causer“). Die „Causer“ müssen für die Abweichung in Ihrem Bilanzkreis eine Ausgleichszahlung bezahlen, die „Helper“ werden für Ihr Verhalten finanziell entlohnt.
  • Rot: Unverzügliches Einleiten von Ausgleichsmaßnahmen bis hin zu Abschaltung von H2-Kunden durch Netzbetreiber.

Was bedeutet das nun konkret für die Kunden von STOFF2? Die ZZE erzeugt grünen Wasserstoff und kann aufgrund ihrer hohen Flexibilität gleichzeitig auf den Flexibilitätsmärkten für Strom und Gas mitbieten. Wir gehen davon aus, dass auf diese Weise Zusatzerlöse möglich sind, die die Wirtschaftlichkeit für unsere Kunden deutlich verbessern. Mit WasABi entsteht nun der rechtliche Rahmen für einen Flexibilitätsmarkt im H2-Kernnetz, der perfekt mit unserer flexiblen Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse bedient werden kann. So können unsere ZZE-Anlagen besonders gut der Nachfrage der H2-Nutzer folgen. Damit ist der Bilanzkreis unserer Kunden ausgeglichen und es drohen keine Ausgleichszahlungen. Darüber hinaus können die ZZE-Anlagen das Gesamtnetz in der gelben und roten Phase als „Helper“ effektiv stützen und damit attraktive Zusatzerlöse über die reine Lieferung von grünem Wasserstoff hinaus generieren.

Future called, said it’s great!

STOFF2 und iFAKT arbeiten am Aufbau einer schlanken, digitalen Fertigung

Lars Schubert leitet das Software- und Beratungsunternehmen iFAKT. Die Industrie 4.0-Software steuert Logistik, Produktion und Unternehmensprozesse und kann mithilfe von Künstlicher Intelligenz Vorhersagen treffen. Uwe Winter verantwortet bei STOFF2 den Bereich Operations und damit den Hochlauf der Fertigungskapazitäten für die Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse. Wir haben die beiden mit Ihren Mitarbeitern nach einem zweitägigen Workshop in unserem Büro in Berlin-Tegel getroffen und befragt:

Welches Ziel verfolgt STOFF2 bei der Planung der Fertigung?

Uwe Winter: Unsere Strategie ist, durch die Anwendung der Value-Stream-Methode unseren Fertigungsprozess so zu planen, dass wir dadurch einen digitalen Zwilling unserer Fertigung erzeugen. In diesem digitalen Zwilling können wir unsere Fertigung virtuell so optimieren, dass diese von vornherein „schlank“ aufgebaut wird. Änderungen am Design oder an der Make-or-Buy-Strategie können im digitalen Zwilling direkt auf ihren Einfluss auf die Fertigung überprüft werden und erleichtern so die Entscheidungsfindung sowie die spätere Umsetzung.

Wie hilft das Angebot von iFAKT STOFF2 in der Planungsphase?

Uwe Winter: Die Software Polaris unterstützt uns dabei, indem sie uns neben der Erfassung und Visualisierung auch ermöglicht, die Fertigungssimulation in unterschiedlichen Szenarien in der Planungsphase zu bewerten. Der in Polaris erstellte digitale Zwilling wird dann die Grundlage für die operative Feinplanung unserer Fertigungskapazität sowie die Ressourcenplanung und Anpassung, basierend auf realen Rückmeldungen aus der Fertigung. Durch diese Rückmeldungen im operativen Betrieb können wir Schwachstellen erkennen und beheben. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass wir langfristig unsere Ressourcen optimal nutzen und unsere Kunden mit hoher Liefertreue und Qualität beliefern.

Warum sollten sich Start-ups frühzeitig mit Prozessen auseinandersetzen?

Lars Schubert: Der Unternehmens- und Fertigungsprozess ist das entscheidende Element, um Margen und Liefertreue zu erreichen. Ist der Prozess schlecht gestaltet, zahlt man mit jedem verkauften Produkt einen hohen Preis – und das oft über die gesamte Lebensdauer des Produkts hinweg. Je mehr verkauft wird, desto schlimmer wird es! Der anfängliche Aufwand bei der Einführung unserer Software zahlt sich daher vielfach aus.

Was nehmen Sie aus der bisherigen Zusammenarbeit mit STOFF2 mit?

Lars Schubert: Wir schätzen die Zusammenarbeit sehr, da wir eine ähnliche Herangehensweise haben: pragmatisch, offen und innovativ. Für uns ist die Zusammenarbeit mit Start-ups jedoch eher untypisch, da unsere „üblichen“ Kunden eher Konzerne oder große mittelständische Unternehmen mit etablierten Strukturen sind. Kurz gesagt: Es ist sehr erfrischend!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

STOFF2 erhält renommierte Auszeichnung als „Electrolyzer For Green Hydrogen Company of the Year in Europe 2024“

Großer Erfolg für STOFF2: Das Unternehmen wurde von der Energy Business Review als „Electrolyzer For Green Hydrogen Company of the Year in Europe 2024“ ausgezeichnet. Energy Business Review ist ein gedrucktes und digitales Magazin, das sich auf eine umfassende Berichterstattung über die Energiewirtschaft konzentriert. Das Magazin bietet Einblicke in technologische Innovationen und Lösungen und richtet sich an Entscheidungsträger und Fachleute im Energiesektor.

„Diese Auszeichnung ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, grünen Wasserstoff in großem Maßstab marktfähig zu machen“, betont Sebastian Sipp, Geschäftsführer von STOFF2.

Unsere innovative Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse von STOFF2 ermöglicht es, in allen Sektoren vollständig auf erneuerbare Energien zu setzen. Dabei nutzen wir besonders günstigen Ökostrom und speichern ihn effizient in Form von Zink. Diese gespeicherte Energie kann jederzeit in Form von grünem Wasserstoff freigesetzt werden, genau dann, wenn sie benötigt wird. So schaffen wir eine zuverlässige und nachhaltige Lösung für die Energieversorgung, die flexibel auf den Bedarf reagiert und fossile Brennstoffe ersetzen kann. 

Die Auszeichnung gibt uns zusätzlichen Rückenwind bei der Markteinführung dieser bahnbrechenden ZZE-Technologie. Ziel von STOFF2 ist es, mit dieser innovativen Lösung fossile Brennstoffe langfristig zu ersetzen und so den Weg in eine nachhaltige Energiezukunft zu ebnen. Die Auszeichnung unterstreicht die führende Rolle von STOFF2 in der Wasserstoffwirtschaft und die Bedeutung der Technologie für die Energiewende.

Download des Artikels

Ein erfolgreicher Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft muss H2-Versorgungsungssicherheit schaffen – aber wie genau?

Für die Umsetzung der nationalen CO2-Minderungsziele und die Erfüllung von europäischen und internationalen Vorgaben und Klimaschutzabkommen spielt der Einsatz von Wasserstoff eine entscheidende Rolle. Die Politik hat das erkannt. Mit der im Sommer 2023 überarbeiteten nationalen Wasserstoffstrategie und der Einigung zum H2-Kernnetz wurde gemeinsam mit der Branche der Grundstein für die Transformation der Gasversorgung gelegt. Auch auf der Gasverteilnetzebene bilden das Ende 2023 vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Kommunalen Wärmeplanung sowie die durch die Branche initiierten Gasnetzgebietstransformationspläne (GTP), die seit 2022 jährlich fortgeschrieben werden, erste wichtige Grundlagen für Planungssicherheit aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette.

Gleichzeitig ist im Moment noch offen, wie künftig im entstehenden H2-Netz Versorgungssicherheit marktlich organisiert wird. Die Akteurslandschaft ist vielfältig: Auf der einen Seite stehen H2-Erzeuger, die aus fluktuierendem Wind- und PV-Strom grünen H2 bereitstellen sowie perspektivisch H2-Erzeuger von blauem Wasserstoff z.B. in Norwegen. Auf der anderen Seite stehen H2-Kunden mit relativ konstanter Nachfrage wie z.B. Industrie und Gewerbe, solche mit saisonal schwankender Nachfrage wie z.B. Wärmekunden sowie Kunden mit großer H2 Nachfrage genau dann, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint wie z.B. H2-Backup-Kraftwerke. Zusätzlich können je nach Bedarf und mit unterschiedlichem zeitlichen Vorlauf Investitionen in unterschiedliche Speichertechnologien – vom dezentralen Energiespeicher bis hin zur H2-Kaverne – getätigt werden.

Für das zukünftige H2 Marktdesign schlagen wir daher vor, allen technisch verfügbaren Lösungen in einem diskriminierungsfreien Marktumfeld eine Chance zu geben, Ihren jeweils bestmöglichen Beitrag zur H2-Versorgungssicherheit zu leisten. Dabei werben wir für ein 3 Stufen Modell:

Stufe1 „Fundament für Markt“ 2 „Markthochlauf“3 „Liquider Markt“
1 Einspeiser2 bis X Einspeiser/Verbraucher>X Einspeiser/Verbraucher
H2-BelieferungVertrag zwischen H2-Einspeiser und H2-Verbraucher, stündlicher BilanzierungVertrag zwischen H2-Einspeiser und H2-Verbraucher, 6h-Bilanzierung
H2-RegelenergieAusschreibung des H2-Netzbetreibers zum Ausgleich von H2-Angebot und H2-Nachfrage, stündlicher Bilanzierung*
H2-NetzdienstleistungH2-Netzbetreibers schreibt erstmalige Befüllung des H2-Netzes ausH2-Netzbetreiber schreibt Maßnahmen zur Stabilisierung des Drucks aus*
* Mögliche Teilnehmer an Ausschreibung: H2-Erzeuger, H2-Speicher und H2-Verbraucher

Wir möchten mit diesem ersten Ansatz alle interessierten Verbände und Interessensgruppen dazu einladen, unsere Idee weiter auszuarbeiten oder alternative Ideen in die jetzt beginnende Fachdiskussion einzubringen. Wie können wir das Flexibilitätspotential von H2-Erzeuger, H2-Speicher und H2-Kunden bestmöglich nutzen? Was können wir von den Marktregeln der Strom- und Erdgas-Versorgung lernen? Wie gehen wir mit der zu Beginn geringen Liquidität im zukünftigen H2-Flexibilitätsmarkt um? All dies gilt es gemeinsam zu klären, wir freuen uns auf die Debatte.

Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse von STOFF2 wird Teil des innovativen Forschungsprojektes „Hydrogen Terminal Braunschweig“

  • STOFF2 und das Steinbeis-Innovationszentrum energieplus in Braunschweig starten eine zukunftsweisende Kooperation
  • Im Rahmen des Forschungsprojektes „Hydrogen Terminal Braunschweig“ beabsichtigen die Partner den Bau und Betrieb eines von STOFF2 produzierten Elektrolyseurs 

Berlin, 30. Juli 2024: Mit der Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse (ZZE) hat STOFF2 eine Technologie entwickelt, welche die Funktionen einer Batterie und eines Elektrolyseurs in einer Anlage vereint. Damit adressiert die Technologie von STOFF2 sowohl die nachhaltige und effiziente Erzeugung von grünem Wasserstoff als auch die optimale Nutzung fluktuierender erneuerbarer Energien in allen Sektoren. 

Das Forschungsprojekt „Hydrogen Terminal Braunschweig“ wurde im Jahr 2020 vom Steinbeis-Innovationszentrum energieplus (SIZ) und der Technischen Universität Braunschweig ins Leben gerufen. Es zielt insbesondere darauf ab, Kompetenzen entlang der H2-Wertschöpfungskette zu bündeln und wichtige Forschungsprojekte in diesem Bereich zu realisieren. 

Erste Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse in einem Industrieumfeld

Die Beteiligung am Projekt „Hydrogen Terminal Braunschweig“ ist ein wichtiger Meilenstein für STOFF2, da zum ersten Mal weltweit die Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse in einem Industrieumfeld installiert werden soll. STOFF2 wird die ZZE für das Forschungsprojekt beim SIZ technisch auslegen. Dabei geht es insbesondere um das Zusammenspiel der ZZE mit der bestehenden Strom- und H2-Infrastruktur vor Ort. In einem zweiten Schritt beabsichtigen die Projektpartner einen Elektrolyseur von STOFF2 vor Ort in Betrieb zu nehmen.

Nutzung des grünen Wasserstoffs in Prüfständen und der Schwerlastmobilität 

Der vor Ort erzeugte grüne Wasserstoff, derzeit mit einem Elektrolyseur von Enapter, wird durch die Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse von STOFF2 erweitert und soll verschiedenen Nutzungsformen zugeführt werden. Zum einen wird dieser in Prüfständen für Forschungsarbeiten verwendet. Zum anderen werden über ein lokales H2-Gasnetz weitere externe Abnehmer wie das Fraunhofer-Projektzentrum für Energiespeicher und Systeme (Fraunhofer ZESS) und das Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF) versorgt.  Auf dem Gelände des „Hydrogen Terminal Braunschweig“ wird der produzierte Wasserstoff darüber hinaus mit Unterstützung eines Verdichters von Maximator zum Betrieb einer Wasserstofftankstelle für Schwerlastfahrzeuge verwendet.  

Zukunftsweisende Zusammenarbeit

Mit diesem gemeinsamen Projekt gehen STOFF2 und SIZ energieplus einen wichtigen gemeinsam Schritt zur Weiterentwicklung und Implementierung fortschrittlicher Energietechnologien. 

„Wir sind stolz auf diese Partnerschaft und freuen uns darauf, mit unserer hochinnovativen Technologie einen Beitrag für dieses wegweisende Projekt zu leisten,“ so Sebastian Sipp, Geschäftsführer von STOFF2.

„Mit der Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse werden wir ganz neue Möglichkeiten erschließen, um eine optimale Betriebsweise zwischen fluktuierenden erneuerbaren Energien und einer sicheren Versorgung mit Wasserstoff zu ermöglichen.“, so David Sauss, wissenschaftlicher Leiter des SIZ energieplus.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.stoff2.com

Pressekontakt:

STOFF2 GmbH

Timo Bovi

Telefon: +49 30-5200057806

Mobil: +49 177-8830622
E-Mail: