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Autor: Kerstin Reisch

Ein erfolgreicher Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft muss H2-Versorgungsungssicherheit schaffen – aber wie genau?

Für die Umsetzung der nationalen CO2-Minderungsziele und die Erfüllung von europäischen und internationalen Vorgaben und Klimaschutzabkommen spielt der Einsatz von Wasserstoff eine entscheidende Rolle. Die Politik hat das erkannt. Mit der im Sommer 2023 überarbeiteten nationalen Wasserstoffstrategie und der Einigung zum H2-Kernnetz wurde gemeinsam mit der Branche der Grundstein für die Transformation der Gasversorgung gelegt. Auch auf der Gasverteilnetzebene bilden das Ende 2023 vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Kommunalen Wärmeplanung sowie die durch die Branche initiierten Gasnetzgebietstransformationspläne (GTP), die seit 2022 jährlich fortgeschrieben werden, erste wichtige Grundlagen für Planungssicherheit aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette.

Gleichzeitig ist im Moment noch offen, wie künftig im entstehenden H2-Netz Versorgungssicherheit marktlich organisiert wird. Die Akteurslandschaft ist vielfältig: Auf der einen Seite stehen H2-Erzeuger, die aus fluktuierendem Wind- und PV-Strom grünen H2 bereitstellen sowie perspektivisch H2-Erzeuger von blauem Wasserstoff z.B. in Norwegen. Auf der anderen Seite stehen H2-Kunden mit relativ konstanter Nachfrage wie z.B. Industrie und Gewerbe, solche mit saisonal schwankender Nachfrage wie z.B. Wärmekunden sowie Kunden mit großer H2 Nachfrage genau dann, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint wie z.B. H2-Backup-Kraftwerke. Zusätzlich können je nach Bedarf und mit unterschiedlichem zeitlichen Vorlauf Investitionen in unterschiedliche Speichertechnologien – vom dezentralen Energiespeicher bis hin zur H2-Kaverne – getätigt werden.

Für das zukünftige H2 Marktdesign schlagen wir daher vor, allen technisch verfügbaren Lösungen in einem diskriminierungsfreien Marktumfeld eine Chance zu geben, Ihren jeweils bestmöglichen Beitrag zur H2-Versorgungssicherheit zu leisten. Dabei werben wir für ein 3 Stufen Modell:

Stufe1 „Fundament für Markt“ 2 „Markthochlauf“3 „Liquider Markt“
1 Einspeiser2 bis X Einspeiser/Verbraucher>X Einspeiser/Verbraucher
H2-BelieferungVertrag zwischen H2-Einspeiser und H2-Verbraucher, stündlicher BilanzierungVertrag zwischen H2-Einspeiser und H2-Verbraucher, 6h-Bilanzierung
H2-RegelenergieAusschreibung des H2-Netzbetreibers zum Ausgleich von H2-Angebot und H2-Nachfrage, stündlicher Bilanzierung*
H2-NetzdienstleistungH2-Netzbetreibers schreibt erstmalige Befüllung des H2-Netzes ausH2-Netzbetreiber schreibt Maßnahmen zur Stabilisierung des Drucks aus*
* Mögliche Teilnehmer an Ausschreibung: H2-Erzeuger, H2-Speicher und H2-Verbraucher

Wir möchten mit diesem ersten Ansatz alle interessierten Verbände und Interessensgruppen dazu einladen, unsere Idee weiter auszuarbeiten oder alternative Ideen in die jetzt beginnende Fachdiskussion einzubringen. Wie können wir das Flexibilitätspotential von H2-Erzeuger, H2-Speicher und H2-Kunden bestmöglich nutzen? Was können wir von den Marktregeln der Strom- und Erdgas-Versorgung lernen? Wie gehen wir mit der zu Beginn geringen Liquidität im zukünftigen H2-Flexibilitätsmarkt um? All dies gilt es gemeinsam zu klären, wir freuen uns auf die Debatte.

Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse von STOFF2 wird Teil des innovativen Forschungsprojektes „Hydrogen Terminal Braunschweig“

  • STOFF2 und das Steinbeis-Innovationszentrum energieplus in Braunschweig starten eine zukunftsweisende Kooperation
  • Im Rahmen des Forschungsprojektes „Hydrogen Terminal Braunschweig“ beabsichtigen die Partner den Bau und Betrieb eines von STOFF2 produzierten Elektrolyseurs 

Berlin, 30. Juli 2024: Mit der Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse (ZZE) hat STOFF2 eine Technologie entwickelt, welche die Funktionen einer Batterie und eines Elektrolyseurs in einer Anlage vereint. Damit adressiert die Technologie von STOFF2 sowohl die nachhaltige und effiziente Erzeugung von grünem Wasserstoff als auch die optimale Nutzung fluktuierender erneuerbarer Energien in allen Sektoren. 

Das Forschungsprojekt „Hydrogen Terminal Braunschweig“ wurde im Jahr 2020 vom Steinbeis-Innovationszentrum energieplus (SIZ) und der Technischen Universität Braunschweig ins Leben gerufen. Es zielt insbesondere darauf ab, Kompetenzen entlang der H2-Wertschöpfungskette zu bündeln und wichtige Forschungsprojekte in diesem Bereich zu realisieren. 

Erste Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse in einem Industrieumfeld

Die Beteiligung am Projekt „Hydrogen Terminal Braunschweig“ ist ein wichtiger Meilenstein für STOFF2, da zum ersten Mal weltweit die Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse in einem Industrieumfeld installiert werden soll. STOFF2 wird die ZZE für das Forschungsprojekt beim SIZ technisch auslegen. Dabei geht es insbesondere um das Zusammenspiel der ZZE mit der bestehenden Strom- und H2-Infrastruktur vor Ort. In einem zweiten Schritt beabsichtigen die Projektpartner einen Elektrolyseur von STOFF2 vor Ort in Betrieb zu nehmen.

Nutzung des grünen Wasserstoffs in Prüfständen und der Schwerlastmobilität 

Der vor Ort erzeugte grüne Wasserstoff, derzeit mit einem Elektrolyseur von Enapter, wird durch die Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse von STOFF2 erweitert und soll verschiedenen Nutzungsformen zugeführt werden. Zum einen wird dieser in Prüfständen für Forschungsarbeiten verwendet. Zum anderen werden über ein lokales H2-Gasnetz weitere externe Abnehmer wie das Fraunhofer-Projektzentrum für Energiespeicher und Systeme (Fraunhofer ZESS) und das Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF) versorgt.  Auf dem Gelände des „Hydrogen Terminal Braunschweig“ wird der produzierte Wasserstoff darüber hinaus mit Unterstützung eines Verdichters von Maximator zum Betrieb einer Wasserstofftankstelle für Schwerlastfahrzeuge verwendet.  

Zukunftsweisende Zusammenarbeit

Mit diesem gemeinsamen Projekt gehen STOFF2 und SIZ energieplus einen wichtigen gemeinsam Schritt zur Weiterentwicklung und Implementierung fortschrittlicher Energietechnologien. 

„Wir sind stolz auf diese Partnerschaft und freuen uns darauf, mit unserer hochinnovativen Technologie einen Beitrag für dieses wegweisende Projekt zu leisten,“ so Sebastian Sipp, Geschäftsführer von STOFF2.

„Mit der Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse werden wir ganz neue Möglichkeiten erschließen, um eine optimale Betriebsweise zwischen fluktuierenden erneuerbaren Energien und einer sicheren Versorgung mit Wasserstoff zu ermöglichen.“, so David Sauss, wissenschaftlicher Leiter des SIZ energieplus.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.stoff2.com

Pressekontakt:

STOFF2 GmbH

Timo Bovi

Telefon: +49 30-5200057806

Mobil: +49 177-8830622
E-Mail: 

STOFF2 auf dem GREENTECH FESTIVAL: Mit 14.000 Besuchern ein voller Erfolg

Am 16. und 17. Mai fand auf dem Berliner Messegelände das GREENTECH FESTIVAL statt, bei dem sich alles um die Dekarbonisierung der Wirtschaft drehte. Mit beeindruckenden 14.000 Besuchern, 200 Ausstellern und 350 Speakern, die sich auf 4 Hallen und 6 Bühnen verteilten, war das Festival ein Hotspot für Innovation und Nachhaltigkeit. Und mitten im Geschehen: STOFF2, präsent im dynamischen START-UP Bereich.

Ein besonderes Highlight war der Besuch von Dr. Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Sie zeigte großes Interesse an der innovativen Zink-Zwischenschritt-Technologie von STOFF2. 

„Was ist besonders neu an dieser Technologie?“, fragte die Staatssekretärin. Sebastian Sipp, CEO von STOFF2, erklärte: „Die Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse ermöglicht die Energiespeicherung und Wasserstoffproduktion in einem Gerät. Dadurch kann erneuerbare Energie gespeichert werden, wenn sie im Überschuss und preiswert verfügbar ist, was den Preis für grünen Wasserstoff senkt.“

Die Teilnahme von STOFF2 am GREENTECH FESTIVAL war ein großer Erfolg. Die Gelegenheit, unseren innovativen Zink-Zwischenschritt-Elektrolyseur einem breiten und interessierten Publikum zu präsentieren, hat uns gezeigt, dass die Industrie bereit ist für neue Technologien. Wir bedanken uns bei allen Besuchern an unserem Stand für das große Interesse und die vielen wertvollen Fragen und Anregungen. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass diese Veranstaltung ein so inspirierendes Erlebnis wurde!

Umsetzung von §13k EnWG „Zuschaltbare Lasten“ für die Energiewende?

Im Herbst 2023 im Bundestag den §13k im EnWG beschlossen. Dieser Paragraf hat das große Potential, den volkswirtschaftlichen Vorteil von Sektorkopplungstechnologien in konkrete Investitionen zu übersetzen. Dafür setzten auch wir uns ein. Die Kernidee des Paragrafen ist, ansonsten abgeregelten erneuerbaren Strom für andere Sektoren wie z.B. Wasserstoff nutzbar zu machen.

Mit dem aktuellen Umsetzungsvorschlag der Übertragungsnetzbetreiber werden nach unserer Einschätzung nur Projekte, die sowieso gebaut werden, eine geringe zusätzliche Einnahmequelle erschließen können. Es werden jedoch keine neuen Projekte wegen §13k gebaut und damit bleiben die Sektorkopplungstechnologien weiterhin weit hinter ihrem Potential zurück. Die vorgeschlagene Umsetzung widerspricht aus unserer Sicht der Intention des Bundestags beim Beschluss vom letzten Herbst und wir hoffen auf Nachbesserungen.

Anbei unsere detaillierte Positionierung zur aktuellen Debatte.

EU-Kommissar für Klimaschutz Wopke Hoekstra besucht STOFF2 – Was für ein Tag!

„Es ist sehr gut, wieder in Berlin zu sein“, sagt Wopke Hoekstra bei seinem Besuch in der Urban Tech Republic | Berlin TXL am vergangenen Freitag. „Was ihr hier macht, ist die Zukunft. Ich freue mich zu erfahren, was eure Erfahrungen sind und was Europa lernen kann, um bestmöglich zu unterstützen.“ Das übergeordnete Ziel sei klar: „Wir wollen Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent machen. Fossile Energien müssen endlich Geschichte werden“, so Hoekstra. „Daran arbeiten wir hier jeden Tag“, bestätigte Nora Oberlaender.

Alexander Voigt, unser Co-Gründer und Beiratsmitglied, stellte die aktuellen Entwicklungen bei den großen Wasserstoffprojekten von HH2E in Lubmin und Tierbach vor. Christian Friebe zeigte auf, wie unser innovativer Elektrolyseur grünen Wasserstoff noch einmal deutlich günstiger machen wird. Auch unseren erster EU geförderter Feldtest in Alkmaar im Rahmen des REFORMERS Projekts zeigt, wie unsere Technologie dezentral einen Mehrwert schafft. 

Nach einer Tour durch die .GUT Am Flughafen 1 community hat EU Kommissar dann unseren Protoypen und unseren CTO Andrew Zwinkels unmittelbar erleben können.

“Success depends on public and private collaboration.” So das gemeinsame Fazit nach dem Austausch. Als privat finanziertes Start-Up mit viel Rückenwind durch öffentliche Fördergelder von BMBZ, BMWK und der EU können wir das nur bestätigen. Außerdem zeigt sich, dass die EU Kommission trotz aller Debatten fest hinter den CO2-Minderungszielen steht. Auf nationaler Ebene steht die Politik nun vor der Aufgabe, die Umsetzung der RED3 Ziele für den Hochlauf von Wasserstoff in die Praxis zu übersetzen. Planungssicherheit entsteht dabei vor allem aufgrund der stringenten und verbindlichen EU Politik. Besonders relevant war für EU Kommissar Hökstra die wirtschaftliche Resillienz Europas und die damit verbundene starke eigene Industrie zur Fertigung von Elektrolyseuren und anderen Klimaschutztechnologien und -infrastrukturen.

Zum Abschied gab Hoekstra der Community von .GUT Am Flughafen 1 noch folgende Botschaft mit auf den Weg: „There is only one group of people, who are not enthusiastic about Germany: The Germans. I would encourage you to be proud of yourself!” 

Herzlichen Dank für die Zeit, die Sie sich für uns und die Urban Tech Republic genommen haben!

BMWK Konsultation – Unsere Einschätzung zur Rolle der Gasverteilnetze

STOFF2 ist ein Technologie-Unternehmen aus Berlin und arbeitet daran, die neuartige Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse in den Markt zu bringen. Dieser Elektrolyseur nimmt über vier Stunden Ökostrom auf, speichert die Energie in Form von Zink über einige Stunden oder Tage im Elektrolyseur und erzeugt dann beim Entladen über 12 bis 24 Stunden grünen Wasserstoff. Damit kann unsere Technologie das Stromverteilernetz effektiv entlasten und gleichzeitig H2-Versorgungssicherheit über eine Einspeisung ins Gasnetz oder vor Ort bei einem Industriekunden bereitstellen. Wir bringen mit unserer Technologie erneuerbare Energien in alle Sektoren.

Der Transport von grünem Wasserstoff über das Gasnetz ist im Vergleich zu anderen Lösungen für den Wasserstofftransport besonders kostengünstig. Aus diesem Grund möchten wir uns bei der Konsultation des BMWK „Green Paper Transformation Gas-/Wasserstoff-Verteilernetze“ vom 14.3.2024 einbringen. Unser Positionspapier finden Sie hier.

Launch Event – Innovationen im Herzen Berlins 

Am 21. März haben wir zum Launch Event in unser Büro und unsere Werkstatt in der Urban Tech Republic in Berlin Tegel eingeladen. Der neuartige Elektrolyseur mit integrierter Speicherfunktion ist auf großes Interesse gestoßen: In Summe waren 120 Experten aus allen Bereichen der Energiewende vor Ort – Projektentwickler, Energieversorger, Strom- und Gasnetzbetreiber, Zulieferer und Industrieverbände. 

Diese bunte Gruppe von H2-Enthusiasten wurde von Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin begrüßt. Dr. Severin Fischer stellte insbesondere die Notwendigkeit von Innovation im Wasserstoffsektor und die Vorteile des Innovationsstandorts Berlin in den Vordergrund. 

Mit diesem Überblick hat daraufhin Sara Sperling von der Tegel Projekt GmbH allen Teilnehmern eindrucksvoll dargelegt, an was für einem denkwürdigen Ort der Transformation Sie sich grade befinden. In dem Gebiet rund um den ehemaligen Flughafen Tegel entsteht derzeit etwas völlig Neues: Ein Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien, das neue Wohnviertel „Schumacher Quartier“ und ein Landschaftspark. 

Danach stellte Sebastian Sipp, Geschäftsführer von STOFF2, dar, wie unser Zink-Zwischenschritt-Elektrolyseur im Detail funktioniert und wie wir den Weg zur Markteinführung 2026 gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden weitergehen werden. 

Die Herausforderungen und Chancen der Energiewende in allen Sektoren wurden dann in einer Podiumsdiskussion intensiv besprochen. Wolfram Axthelm vom Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) hob die zentrale Rolle beim Hochlauf erneuerbarer Energien heraus. Erneuerbare Energien sind die Grundlage für alle weiteren Schritte. Werner Diwald vom Deutscher Wasserstoff-Verband (DWV) e.V. zeigte auf, wie die H2-Projekte und die H2-Netzuinfrastrukturen gemeinsam gedacht werden müssen. Darüber hinaus sprach er über die Notwendigkeit von systemdienlichen Elektrolyseuren. Von Johannes Daum von der Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, NOW konnten die Zuhörer einiges über die aktuelle Unsicherheit bei der Bereitstellung von öffentlichen Fördergeldern lernen. Diese Unsicherheit kann nur umgangen werden, wenn der Hochlauf von Wasserstoff weitestgehend unabhängig von öffentlichen Fördergeldern organisiert wird. Dabei können Quoten, also rechtliche Verpflichtungen zur Nutzung von Wasserstoff statt Erdgas, ein wichtiger Baustein sein. Mit stabilen Rahmenbedingungen kann die Industrie in Deutschland laut Peter Müller-Baum, VDMA, eine Vielzahl von hochwertigen zukunftssicheren Arbeitsplätzen schaffen und Exportchancen erschließen.

Mit diesem umfassenden Blick über Chancen und auch Herausforderungen beim Wasserstoff-Hochlauf begann der gemütliche Teil des Abends. Bei gutem Essen und Getränken wurden die Diskussionen weitergeführt und neue Kontakte geschlossen. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer in kleinen Gruppen unseren aktuellen Prototypen besichtigen und sich vor Ort gemeinsam mit Andrew Zwinkels, Gründer und Technischer Leiter von STOFF2, ein eigenes Bild von der Technologie und auch seinem Enthusiasmus für den Zink-Zwischenschritt Elektrolyseur machen. 

Ein herzliches Dankeschön an Nora Oberländer, Head of Business Development, für die Moderation der Podiumsdiskussion, Katharina Krause für die Organisation des Events und Timo Bovi für die Moderation und die vielen Aktivitäten im Hintergrund. So war es ein wundervoller gemeinsamer Abend mit vielen neuen Impulsen, einem guten Austausch in der H2-Branche und sehr leckerem Essen in der Urban Tech Republic!

Positionspapier zur 37. BlmschV – Ein wichtiger Schritt, im Detail noch offene Fragen

Grade arbeitet die Bundespolitik an der Überarbeitung der 37. Bundesimmissionsschutzgesetz-Verordnung (BlmschGV). Noch im März 2024 soll diese Novelle beschlossen werden. Mit diesem Vorhaben werden eine ganze Reihe von wichtigen Weichen für den Hochlauf der Wasserstoffversorgung gelegt. Aber worum geht es genau?

Ein zentraler Punkt ist die präzise Definition von grünem Wasserstoff. So setzt die 37. BlmschV den lange erwarteten EU Delegated Act aus der RED II von 2018 in nationales Recht um und beschreibt damit, die Grundprinzipien „Erneuerbare Energie“, „Zeitliche Korrelation“, Geographische Korrelation“ und „Zusätzlichkeit“ von den Anlagenbetreibern, d.h. unseren Kunden, umgesetzt werden müssen. Unsere Technologie ist aufgrund der integrierten Speicherfunktion in besonderem Maße geeignet, diese Kriterien heute und in Zukunft zu erfüllen. 

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Anerkennung der Anrechenbarkeit von grünem Wasserstoff auf die Erfüllung der Treibhausgas-Minderungsquote im Verkehrssektor. Der Verkehrssektor ist über eine Treibhausgasminderungs-Quote verpflichtet, seine Emissionen jedes Jahr immer stärker zu senken. Mit der Reform der 37. BlmschV wird grüner Wasserstoff dreifach auf die Quotenerfüllung angerechnet, und das gibt der Marktentwicklung damit einen großen Schub.

Um grünen Wasserstoff im Verkehrssektor einzusetzen, müssen darüber hinaus die Lebenszyklus-Emissionen berechnet werden. Auch dazu gibt es bereits einen EU Delegated Act aus der RED II. Zu diesen Lebenszyklus-Emissionen gehört z.B. der Transport von grünem Wasserstoff zur H2-Tankstelle, der aus Sicherheitsgründen nur mit Diesel-LKW erfolgen darf, aber auch der Stromverbrauch der H2-Tankstelle z.B. in den Verdichtern. Hier – im Kleingedruckten – gibt es aus unserer Sicht noch Handlungsbedarf. Denn es sind diese Details, die den Hochlauf der Nutzung von grünem H2 in der Mobilität erheblich erleichtern oder behindern können. Weitere Informationen finden Sie hier.

Projekt ZZE-GREEN-H2 gemeinsam mit Partnern gestartet

Es geht rund in der Urban Tech Republic am ehemaligen Flughafen Tegel: Gestern haben sich alle Projektpartner zum Kick-Off des Projekts ZZE-GREEN-H2 getroffen. Dabei waren neben STOFF2 auch die Hochschule Landshut, die Technische Universität Berlin und der Projektträger Jülich.

Ziel des gemeinsamen Vorhabens ist die weitere Erforschung und Entwicklung unserer Zink-Zwischenschritt-Elektrolyse in Bezug auf Funktion, Auslegungsparameter, industrielle Fertigung und Skalierbarkeit. Es werden Fragen der Zell-, Bauteil- und Stack-Konstruktion, Skalierung sowie zur Steuerung mehrerer Stacks intensiv gemeinsam bearbeitet. Auf Basis vorangegangener Arbeiten der Projektpartner wird auch das Zell-Design weiterentwickelt. Im Ergebnis möchten wir gemeinsam eine Multi-Stack-Versuchsanlage im MWh-Bereich bezüglich der H2-Speicherkapazität errichten und hier in Tegel auf Herz und Nieren prüfen. 

Für STOFF2 hat das Projekt eine besondere Bedeutung. Wir möchten den technologischen Reifegrad (TRL) der Zink-Zwischenschritt Elektrolyse auf TRL 7 fortentwickeln und den Grundstein für die Serienfertigung legen. Der STOFF2 Projektleiter Stephan zieht sein Fazit vom Tag: „Viele Projektbeteiligte haben sich heute zum ersten Mal persönlich getroffen. Wir haben gemeinsam die nächsten Schritte geplant und schon jetzt viel fachlich diskutiert. Ich freue mich auf ein intensives und erfolgreiches gemeinsames Projekt!“

Wir danken für die finanzielle Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern und dem Projektträger.

RED3 – Klare Rahmenbedingungen aus Brüssel

Mit Quoten die europäische Transformation für grünen Wasserstoff anstoßen

Mit der Renewable Energy Directive (RED III) hat die EU am 18.10.2023 zum dritten Mal den Rahmen für den Ausbau und die Nutzung von erneuerbaren Energien in allen Sektoren gesetzt. Neben den Zielen für den Ausbau erneuerbarer Energien und erneuerbarer Wärme enthalt das Dokument u.a. auch einheitliche Definitionen und Berechnungsmethoden unterschiedlicher erneuerbarer Energien und Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Während das Kernziel der zügige Ausbau erneuerbarer Energien in allen Sektoren ist, wird z.B. bei der Biomasse auch steuernd und begrenzend eingegriffen.

Auch für den Hochlauf von erneuerbarem Wasserstoff werden in der RED III wichtige Eckpfeiler gesetzt. Dazu gehört u.a. die Basis für einen EU weiten Handel von Wasserstoff über ein zu schaffendes Herkunftsnachweis-System. Außerdem werden Energiespeicher als von „überragendem öffentlichem Interesse“ eingestuft und können damit schneller genehmigt werden. Außerdem wird angekündigt, dass die beschlossene Definition von grünem Wasserstoff im Jahr 2028 überprüft wird, um einen schnellen Hochlauf von grünem Wasserstoff zu ermöglichen.

Ganz entscheidend für den Hochlauf sind verbindliche Vorgaben für einzelne Sektoren, die bei allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette für Orientierung und Planungssicherheit sorgen sollen:

  • Der Wasserstoffbedarf der Industrie soll spätestens 2030 zu 42% und 2035 zu 60% über grünem Wasserstoff und seine Folgeprodukte abgedeckt werden. Bislang wird dieser Wasserstoffbedarf fast vollständig durch grauen Wasserstoff gedeckt, der aus Erdgas gewonnen wurde.
  • Im Verkehrsektor sollen 2030 mindestens 29% erneuerbare Energien genutzt werden. Für grünen Wasserstoff und seine Folgeprodukte gilt eine Unterquote von mindestens 1%.
  • Schiffe sollen 2030 mindestens 1,2% grünen Wasserstoff oder Folgeprodukte nutzen.
  • Der Einsatz von Wasserstoff in Backup-Kraftwerken wird explizit begrüßt.

In Summe entsteht so in Deutschland ein Bedarf von mindestens 30 TWh grünem Wasserstoff im Jahr 2030. Damit wird die Umsetzung der Zielsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie, die u.a. auch blauen Wasserstoff abdeckt, von 95 bis 130 TWh ein Stück weit abgesichert.

Nun liegt es an der Bundesregierung, den verbindlichen Rahmen der RED III in nationale Gesetze zu übersetzen, die Investitionsentscheidungen für den geforderten und erforderlichen Hochlauf von grünem Wasserstoff in Deutschland ermöglichen. Ein Ansatz dafür ist das das Instrument der THG-Minderungsquote, das bisher so nur im Verkehrssektor genutzt wurde. Mit einer verpflichtenden stetig ansteigenden Quote werden die Nutzer verpflichtet, schrittweise CO2-Emissionen zu senken und auf erneuerbare Energien umzusteigen. Die Kosten dafür tragen die Nutzer selbst, die Steuerzahler werden nicht belastet. Derartige politische Rahmenbedingungen sichern den Hochlauf entsprechend der RED III ab und führen dazu, dass zügig FIDs (Final Investment Decisions, d.h. verbindliche Investitionsentscheidungen) für H2-Projekte entlang der ganzen Wertschöpfungskette – von den erneuerbaren Energien bis zur H2-Nutzung – getroffen werden. 

STOFF2 kann wie kaum ein anderer Akteur von der nationalen Umsetzung der RED III profitieren. Mit unserem Zink-Zwischenschritt-Elektrolyseur“ mit integrierter Speicherfunktion können wir grünen Strom dann nutzen, wenn er verfügbar und günstig ist, und gleichzeitig je nach Bedarf grünen Wasserstoff ins Gasnetz oder direkt beim H2-Kunden bereitstellen.